Biographie
Im März 2024 wurde Sergei Fjodorow in Toljatti von FSB-Mitarbeitern festgenommen. Um eine Erklärung abzugeben, brachte man ihn 2.000 km weit nach Petrosawodsk. Zwei Monate später wurde ein Strafverfahren wegen seines Glaubens an Gott gegen ihn eingeleitet, man warf ihm Extremismus vor, nahm ihn in Untersuchungshaft und setzte ihn auf die Rosfinmonitoring-Liste.
Sergei wurde 1974 in Susdal (Gebiet Wladimir) in eine einfache Familie geboren: Sein Vater arbeitete auf einem Bauernhof, seine Mutter war Kindergärtnerin. Er hat einen jüngeren Bruder. Heute sind die Eltern im Ruhestand.
Als Kind trainierte Sergei Wushu und Sambo, während des Studiums interessierte er sich für Tanzen. Er absolvierte die landwirtschaftliche Akademie in Iwanowo und erlernte den Beruf des Maschinenbauingenieurs. Danach unterrichtete Sergei mehrere Monate an einem College in Susdal Darstellende Geometrie, Technische Zeichnung und grafische Fächer. Später quittierte er den Schuldienst und arbeitete zeitweise als Wachmann, Kellner und Hilfsarbeiter.
Während seines Studiums interessierte sich Sergei für die Bibel und entschied sich 1995, ein Zeuge Jehovas zu werden. Ende der 1990er Jahre beantragte er anstelle des Wehrdienstes den Zivildienst.
2011 heiratete Sergei Jewgenija, die als Pharmazeutin arbeitet. Sie wuchs in einer christlichen Familie auf. Das Ehepaar reist gern, geht in den Wald, in die Sauna, ins Schwimmbad und zum Angeln.
Sergeis Eltern sind wegen der Situation in Sorge und befürchten, ihren Sohn aufgrund ihres Alters vielleicht nicht mehr wiederzusehen.
