Biographie
Im Dezember 2024 führten Ermittlungsbeamte in Moskau und der Region Moskau Hausdurchsuchungen in acht Wohnungen von Zeugen Jehovas durch, darunter auch bei Zaur Murtusow. Nach der Durchsuchung wurde er festgenommen und wegen seines Glaubens an Jehova in das Untersuchungsgefängnis gebracht.
Zaur wurde 1977 in Baku (Aserbaidschan) geboren. Sein Vater arbeitete als Bauarbeiter, seine Mutter als Ingenieurin. In seiner Kindheit interessierte sich Zaur für Fotografie, spielte Schach und boxte im Sportverein „Dynamo“.
Später begann Zaur sich für Physik und Mathematik zu interessieren und besuchte nach der 9. Klasse ein physikalisch-mathematisches Gymnasium. Anschließend studierte er an der Staatlichen Technischen Universität Moskau "N. E. Baumann". Während seines Studiums absolvierte Zaur extern die Musikschule im Fach Gitarre. Vor der Strafverfolgung arbeitete er im Bereich Lagerlogistik sowie im Homeoffice.
Zaur verbringt seine Freizeit gerne mit seinen Neffen und organisiert deren Freizeit, während die Eltern bei der Arbeit sind. Außerdem spielt er gerne Gitarre und singt.
Fallbeispiel
Im Dezember 2024 wurden in Moskau und im nahegelegenen Ljuberzy Hausdurchsuchungen bei Zeugen Jehovas durchgeführt. Tags zuvor war ein Strafverfahren gegen Oksana Iwanowa, Larissa Kislaja, Liliana Korol, Darja Petrotschenko und Saur Murtusow eingeleitet worden. Der Anlass war Gespräche über die Bibel mit Olga Grigorjewa, die Interesse an diesem Buch vortäuschte. Den Gläubigen wurde Teilnahme an der Tätigkeit einer extremistischen Organisation und deren Rekrutierung vorgeworfen. Später wurden Murtusow, Korol und Petrotschenko ins Untersuchungsgefängnis gebracht, Kislaja und Iwanowa unter Hausarrest gestellt. Im Mai 2025 wurde bei Tatjana Lewitzkaja eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Sie kam ebenfalls unter Hausarrest. Im Oktober wurde auch Korol unter Hausarrest gestellt. Das Verfahren kam im Dezember vor Gericht. Im August 2026 wurde das Urteil verkündet: jeweils 5 Jahre Straflager und 2 Jahre Freiheitsbeschränkung für Murtusow und Petrotschenko, jeweils 4 Jahre Zwangsarbeit und 2 Jahre Freiheitsbeschränkung für Iwanowa, Kislaja und Korol sowie 3 Jahre und 8 Monate Zwangsarbeit und 6 Monate Freiheitsbeschränkung für Lewitzkaja.