Gläubiger in Sewersk bei Hausdurchsuchungen festgenommen. Razzia-Opfer: auch ehemalige Gefangene aus Gewissensgründen.
Gebiet TomskAm 17. Juni 2026 führten Ermittlungsbeamte in Sewersk Hausdurchsuchungen bei 11 ortsansässigen Zeugen Jehovas durch. Der 60-jährige Wladimir Kompaniez wurde in Untersuchungshaft genommen.
Die Ermittlungsmaßnahmen betrafen Gläubige im Alter von 41 bis 73 Jahren. Elektronische Geräte, Bücher, Bankkarten und persönliche Ersparnisse wurden beschlagnahmt.
Zu den Personen, bei denen Hausdurchsuchungen stattfanden, gehören Alexei Jerschow und Sergei Belousow. Nach mehrjährigen Ermittlungen und Gerichtsverfahren erhielten beide im Jahr 2022 Bewährungsstrafen. „Die vorige Hausdurchsuchung und die Gerichtsverfahren haben uns emotional ausgelaugt. Wir hatten uns gerade etwas erholt, da fing alles wieder von vorne an“, sagte die Ehefrau von Belousow. „Aber mein Mann und ich haben ziemlich schnell wieder innere Ruhe verspürt.“
Sewersk ist eine kleine Stadt rund 15 Kilometer von Tomsk entfernt. Zeugen Jehovas werden dort seit 2020 strafrechtlich verfolgt; bislang sind bereits sechs Gläubige betroffen; einer von ihnen befindet sich im Straflager.

