Aleksandr Ursu mit seiner Frau (in der Mitte) bei einer der Gerichtsverhandlungen im Fall ihres Sohnes Viktor. Juli 2025.
Aleksandr Ursu mit seiner Frau (in der Mitte) bei einer der Gerichtsverhandlungen im Fall ihres Sohnes Viktor. Juli 2025.
Lebenslange Unterdrückung: Der 86-jährige Aleksandr Ursu sieht sich wegen Glaubens strafrechtlich verfolgt
KrimAleksandr Ursu, ein Einwohner der Krimstadt Dzhankoy, ist fast sein ganzes Leben lang wegen seines Glaubens unterdrückt worden: Kindheit im Exil, eine Reihe von Durchsuchungen in den letzten Jahren und die Verhaftung seines Sohnes Viktor. Am 28. April 2026 durchsuchten die Strafverfolgungsbehörden erneut Aleksandrs Haus. Diesmal wurde ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet.
Die Operation wurde von der Ermittlerin Anna Romanova durchgeführt, begleitet von bezeugenden Zeugen und einem FSB-Offizier. Familienmitglieder berichten, dass Letzterer sich aggressiv verhielt; später stellte sich heraus, dass er zuvor auch an Ermittlungen im Fall Viktor beteiligt war. Die Beamten beschlagnahmten persönliche Notizen, Mobiltelefone, einen Internetrouter und USB-Sticks. Außerdem nahmen sie die persönlichen Ersparnisse des älteren Ehepaares – etwa 100.000 Rubel.
Aleksandr ist schon mehrmals ähnlichen Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden erlebt. Während einer Durchsuchung im Jahr 2018 setzten die Beamten Gewalt gegen ihn ein: Sie schlugen den Mann zu Boden und drehten seine Arme hinter den Rücken, wodurch er Abschürfungen und Prellungen erhielt. Zu diesem Zeitpunkt war Aleksandr 78 Jahre alt. Fünf Jahre später kamen erneut die Beamten – diesmal nahmen sie Aleksandrs Sohn fest. Viktor Ursu verbüßt derzeit eine vom Gericht verhängte sechsjährige Haftstrafe.
Anfang April 2026 wurde der 75. Jahrestag der Operation "Nord" gefeiert, als die internationale Gemeinschaft an die Repression der Stalin-Ära und die Deportation von Zeugen Jehovas nach Sibirien erinnerte. Heute haben russische Strafverfolgungsbehörden fast 1.000 Zeugen TZeugen Jehovas strafrechtlich verfolgt – mindestens 37 davon auf der Krim.

