Fall Tschirikowa in Nowosibirsk
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Am Abend, als die 60-jährige Olga Tschirikowa mit einer Freundin im Café sitzt, dringen bewaffnete Ermittlungsbeamte ein. Sie verlangen, dass alle an Ort und Stelle bleiben, und nehmen die Telefone ab. Die Frauen werden in Olgas Wohnung gebracht, wo eine Hausdurchsuchung stattfindet.
In der Wohnung befinden sich Olgas Tochter mit Gästen sowie rund 15 OMON- und MWD-Mitarbeiter. Die Ermittlungsbeamten beschlagnahmen Bibeln, persönliche Aufzeichnungen, Telefone, Tablets sowie Tschirikowas Reisepass. Bei drei Anwesenden, darunter der Gastgeberin, verschlechtert sich der Gesundheitszustand plötzlich. Die Gläubigen bitten mehrfach, einen Rettungswagen zu rufen, der jedoch erst nach zwei Stunden eintrifft. Einer der Anwesenden wird ins Krankenhaus gebracht.
Gegen 22 Uhr werden 12 Personen zur Vernehmung gebracht. Olga selbst wird in ihrer Wohnung vernommen.
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Der Ermittler des Ermittlungsausschusses beim regionalen FSB in der Oblast Nowosibirsk, Jewgeni Seljunin, leitet gegen Schirikowa ein Strafverfahren wegen Beteiligung an der Tätigkeit einer extremistischen Organisation ein. Die Unterlagen dazu wurden aus dem Verfahren von Maletzkow und Tschaplykina herausgelöst.
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Der Ermittler Jewgeni Seljunin erlässt einen Beschluss, Elena Tschirikowa als Beschuldigte anzuklagen. Nach Angaben der Ermittlungsbehörde soll sie von August 2017 bis April 2019 „systematisch an religiösen Zusammenkünften von Anhängern der Lehre der Zeugen Jehovas teilgenommen“ und zudem „eine Person, die an operativen Ermittlungshandlungen beteiligt war, mit der Lehre vertraut gemacht haben“.
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Tschirikowa erscheint beim Ermittler Georgi Golowatschow auf Vorladung des FSB. Statt einer Vernehmung führt er ein informelles Gespräch mit ihr. Während des Gesprächs kommt Ermittler Seljunin hinzu und droht der Frau mit strengen Strafen.
